Trailer Kapitan Andreevo Geschichte einer Flucht
Ein Film von Antje Dombrowsky und Jörg Metelmann Der Busmotor unter Heidemaries Versteck springt nicht wieder an. Der Studentin aus dem Vogtland bleibt verborgen, was draußen geschieht, am bulgarisch-türkischen Grenzposten Kapitan Andreevo, in den entscheidenden Momenten ihrer Flucht, im August des Jahres 1966. Hier erreicht der Dokumentarfilm von Antje Dombrowsky und Jörg Metelmann nach einer Stunde seinen retardierenden Moment. Er passiert ihn unaufgeregt, ohne Trommelwirbel, die Dramatik entschärft von Lakonie und Humor. Längst ist ausgemacht, dass es nur vordergründig darum geht, ob die aus verschiedenen Perspektiven rekonstruierte Flucht gelingen wird. 20 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs fügt der Film den zahllos bereits erzählten Fluchtgeschichten tatsächlich eine neue Variante hinzu. Aber er legitimiert sich nicht allein aus der privaten Story. Entlang des Weges von Hamburg oder Plauen über Burgas, Kapitan Andreevo nach Westdeutschland fächert er sich auf, wird bunt, lehrreich und unterhaltsam. Er schöpft aus einer großen Materialfülle, die sich unangestrengt verzahnt. Etwa dann, wenn Willy Brandt in seiner berühmten Rede vom 13.August 1961 vor dem Schöneberger Rathhaus die Waffenträger der DDR auffordert „Laßt Euch nicht zu Lumpen machen!, und auf bislang unbekannten Amateuraufnahmen zum Boykott der Leipziger Messe aufruft. Das ignoriert Jürgen, Kaufmann aus Hamburg. In Leipzig lernt er Heidemarie kennen, sie verlieben sich und planen bald schon ihre …
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